Kräutergarten

Für viele Hobbyköche sind frische Kräuteraromen in der Küche einfach unverzichtbar. Mit den passenden Samen bzw. direkt mit Setzlingen aus dem Topf kann der eigene Kräutergarten dabei ganz einfach Wirklichkeit werden. Viel verlangen Kräuter nicht um zu gedeihen. Sie sind ideal geeignet, um als Blickfänger den Garten oder den Balkon zu verschönern – Gartengestaltung und Dekoration mit appetitlichem Zusatznutzen also. Die Samen für den eigenen Kräutergarten bekommt man fast überall – ein besonders großes Angebot gibt es in diversen ADEG-Märkten in ganz Österreich zu finden, wo zahlreiche Pflanzensamen, Stecklinge, und Blumenerde in den Monaten März bis Mai eingekauft werden können.

Gartenutensilien in einer Holzkiste: Schaufel, Handrechen und Handschuhe

Ein Kräutergarten liefert nicht nur frische Kräuter für die eigene Küche, sondern ist auch ein echter Blickfang auf dem Balkon oder im Garten. Und das Schöne daran ist: Kräuter sind nicht schwer anzubauen. Doch was ist dabei zu beachten? Und wie haben Sie wirklich lange Freude an Ihrem Kräutergarten?

Wie bei fast allen Pflanzen ist auch bei Kräutern der Standort entscheidend: Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Basilikum oder Thymian mögen es besonders sonnig. Andere hingegen, wie beispielsweise die Pfefferminze, sind eher im Halbschatten zuhause. Im Schatten gedeihen hingegen Kräuter, die sonst typisch im Wald anzutreffen sind – Bärlauch etwa, oder Brunnenkresse.

Kräuter können auf sehr unterschiedliche Weise angebaut werden. Sie fühlen sich sowohl klassisch im Kräuterbeet, aber auch in Pflanzenkübeln oder dekorativ in Kräuterspiralen wohl.

Der klassische Kräutergarten bietet dabei den Vorteil, dass er durch unterschiedliche Raumtrenner wie Hecken, Wege und Platten unterteilt werden kann. Um die Natürlichkeit des Kräutergartens zu unterstreichen und ihn ideal in die Landschaft zu integrieren, kann eine geschwungene Form für die Beete gewählt werden. Die Eingrenzung der Pflanzen kann dann zum Beispiel mit Ziegelsteinen, kleinen Felsbrocken oder sonstigen natürlich wirkenden Materialien geschehen. Um den Kräutergarten gut begehen und die Kräuter ernten zu können, können zusätzlich Wege aus Kieselsteinen oder Mulch angelegt werden, die dem Garten zusätzlich Ordnung geben.

Verfügt man nicht über einen eigenen Garten, möchte aber dennoch die Vorzüge frischer Kräuter genießen, so bietet es sich an, auf dem Balkon oder in der Wohnung einen kleinen Kräutergarten anzulegen. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Gartenbeet ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Pflanzen hier auf natürlichem Wege weit weniger Wasser bekommen und daher häufiger gegossen werden müssen. Ist der Balkon besonders windig, sollten vor allem kompakte und robuste Sorten angepflanzt werden. Ist der Balkon zu klein, um sinnvoll Kräuter darauf anzubauen, kann man durch Pflanzenregale zusätzlichen Raum für Kräuter schaffen. Hier eignen sich besonders solche Kräuter, die nur wenig Wurzelraum benötigen, wie beispielsweise Schnittlauch oder Majoran.

Beim Pflanzen von Kräutern ist besonders zu beachten, welche Kräuter gut miteinander auskommen. Einjährige und mehrjährige Kräuter vertragen sich nicht besonders, da langlebige Pflanzen nicht jedes Jahr einen neuen Nachbarn haben möchten. Zu den beliebten mehrjährigen Kräutern zählen neben Thymian und Oregano auch Salbei oder Schnittlauch. Einjährige Kräuter sind z.B. Dill, Majoran, Petersilie, Rosmarin oder Basilikum.

Petersilie verträgt sich gut mit Dill, Schnittlauch, Majoran und Kerbel. Rosmarin und Basilikum können auch nebeneinander gepflanzt werden. Zitronenmelisse kann mit beliebig anderen Kräutern zusammen gepflanzt werden. Vorsicht ist bei der Zitronenmelisse nur in Verbindung mit Basilikum angebracht. Gemeinsam in einen Topf pflanzen kann man z.B. Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Salbei und Zitronenmelisse. Thymian und Majoran sollten keinesfalls nebeneinander gepflanzt werden. Sie vertragen sich gar nicht. Außerdem gilt: Halten Sie beim Pflanzen zwischen den Kräuterpflanzen einen Abstand von etwa 15 – 30 cm.

Hand zupft frischen Rosmarin vom Stock
Kräutertopf mit Backpapier umhüllt und mit Spagat umwickelt

Kräuter aus dem eigenen Kräutergarten können auch als Heilkräuter verwendet werden. Schon unsere Vorfahren wussten sie zu nutzen – die Heilkräfte der Natur. Denn die meisten Kräuter haben heilende und gesundheitsfördernde Effekte auf den Körper. Dazu kommt, dass Heilkräuter immer öfter als wohltuende Ergänzungen der klassischen Schulmedizin eingesetzt werden. Sie finden sich nicht nur in diversen Medikamenten wieder, sondern auch verschiedene Tees machen sich ihre gesundheitsfördernde Wirkung zu Nutze.

  • Basilikum wird schon sehr lange als Gewürz eingesetzt. Bereits vor 4.000 Jahren verwendete man diesen Lippenblütler in Indien zum Veredeln von Gerichten. Das Wort Basilikum leitet sich dabei aus dem Griechischen ab und bedeutet übersetzt in etwa „königliche Heilpflanze“, was dazu führt, dass er den Beinamen „Königskraut“ trägt. Bei uns ist er etwa seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Als Heilpflanze wird in vielen Bereichen als Heilkraut verwendet, so zum Beispiel bei Magenkrämpfen oder Reizmagen, bei Darminfekten oder Halsschmerzen.
  • Salbei: Der Name „Salbei“ leitet sich direkt vom lateinischen „salvare“, also „heilen“, ab, was direkt darauf deutet, welch große Heilkraft ihm zugesprochen wird. In Bauerngärten und unseren Küchen findet man ihn ca. seit dem Mittelalter, als Heilkraut war er schon bei den alten Ägyptern beliebt. Er hat ein sehr breites Einsatzfeld, so wird er sowohl bei Infekten wie Grippe, Magen-Darm-Erkrankungen, aber auch bei Haarausfall und zur Wundheilung eingesetzt.
  • Rosmarin ist ursprünglich im Mittelmeerraum angesiedelt und wurde schon in der Antike wegen seiner Schönheit der Göttin Aphrodite geweiht. Er hat einen intensiven Geruch und wurde oft als Ersatz für Weihrauch eingesetzt. Er hat eine anregende Wirkung und kommt zum Beispiel bei der Behandlung von niedrigem Blutdruck zum Einsatz. Hauptsächlich findet er sich aber in Gewürzregalen, gerne auch als Zutat einer „Kräuter der Provence“-Gewürzmischung, aber auch in verschiedenen Kräutermischungen.
  • Die Petersilie ist das weitverbreitetste Gewürzkraut im europäischen und mediterranen Raum. Oft wird sie verwendet als Suppengrün. Sie ist vor allem dafür bekannt, Appetit anzuregen, hat schleimlösende Wirkung, wird aber auch wegen ihrer stimmungsaufhellenden Wirkung gegen psychische Erkrankungen wie Depressionen eingesetzt.
  • Schnittlauch enthält sehr viel Vitamin A und C und liefert Mineralstoffe sowie Spurenelemente. Er wird als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt, als Abwehr gegen Infektionskrankheiten, gegen Frühjahrsmüdigkeit und Magenbeschwerden.
  • Oregano ist vor allem in der italienischen Küche beheimatet. Er wurde erst relativ spät überhaupt als Küchenkraut entdeckt, so lässt sich seine Verwendung gerade einmal bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Er kommt aber auch als Heilkraut zum Einsatz und entfaltet seine Wirkung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwierigkeiten.
  • Dill ist als Heilkraut schon sehr lange bekannt. Im alten Ägypten, Rom und Griechenland wurde er bereits als Medikament angebaut. In Europa war er lange Zeit eng mit Aberglauben verbunden – so sollte er gegen das Böse schützen und Hexen fernhalten. Heute wird er neben seiner Verwendung als Gewürz in der Naturheilkunde eingesetzt, wobei ihm nachgesagt wird, entzündungshemmend und krampflösend auf den Körper zu wirken.
  • Thymian ist vor allem bekannt als Gewürzkraut – es wird sehr fettigem Essen beigegeben, um die Verdauung zu unterstützen. Daneben findet er allerdings auch Anwendung als Heilkraut, er hilft bei Entzündungen in Mund und Rachen und bei Schnupfen.
  • Die Zitronenmelisse hat ihren Namen vom starken Zitronen-Aroma, das ihre Blätter entfalten. Häufig wird sie als Grundlage für Tees verwendet, aber auch in anderen Formen, da sie beruhigend auf die Nerven wirkt.

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