Holunder

Holunder

Er gehört neben Gänseblümchen und Löwenzahn zu den wenigen essbaren Pflanzen, die in der Blüte wohl jedes Kind kennt: Holunder. Der seit der Steinzeit bekannte Strauch, der bis zu 10 Meter hoch werden kann, gedeiht hierzulande prächtig. Er beginnt an sonnigen Wald- und Wiesenrändern oder sogar Schuttplätzen, wo er sich ungeniert ausbreiten kann, meist ab Anfang Mai zu blühen, an höheren oder kälteren Standorten bis in den Juli hinein. Seine Blüten haben neben einem verführerisch intensiven Duft nur einen Nachteil: Auch Insekten lieben sie. Deshalb vor dem Pflücken genau hinschauen. Immer am selben Tag verwenden und nie waschen. Denn das Aroma sitzt vor allem im Blütenstaub.

Wissenswertes

Je intensiver, desto besser

Verbreitung & Standort:

Holler ist frosthart und ziemlich anspruchslos, er gedeiht in Mitteleuropa bis 1.500 m Höhe, ist aber auch bis in den hohen Norden in Skandinavien oder England verbreitet und sehr beliebt. Er wächst besonders gern an sonnigen Wald- und Wegrändern, im Halbschatten, an alten Bauernhöfen (wo er früher oft zum Schutz vor bösen Geistern gepflanzt wurde) und auch mitten in der Stadt an den Rändern von Großbaustellen, auf Schuttplätzen und in vielen Parks.

Saison:

Der erste Holler beginnt Ende April zu blühen – an sonnigen Standorten. Besser ist es aber, mit dem Sammeln noch ein paar Wochen bis Mitte/Ende Mai zu warten, bis er in Vollreife ist. In hohen Lagen kann das auch erst im späten Juni oder sogar noch Juli sein. Die Dolden sind dann hellgelb voller Blütenstaub, aber die einzelnen winzigen Blüten noch nicht verwelkt. Die Dolden reifen pro Buschen unterschiedlich ab, daher kann man bei besonders gut duftenden Exemplaren über mehrere Wochen Glück haben. Nur an trockenen Tagen (denen mehrere trockene Tage vorangegangen sind) sammeln!

Verwechslungsgefahr:

Blüten des Roten Holunders sind gelbgrün, blühen früher und werden nicht verwendet. Blüten des Zwerg-Holunders (Attich) haben violette Staubbeutel und riechen unangenehm. Wer sich an großen Hollerbuschen orientiert, kann den echten Holunder nicht mit dem Zwerg-Holunder verwechseln (weil Letzterer nur bis zu 1,5 m hoch wird)

So schmeckt Holunder

Geschmack:

Hollerblüten duften intensiv fruchtig, fast exotisch, erinnern dabei an Maracuja. Doch nicht jeder Strauch hat stark duftende Blüten und nicht jede Dolde ist gleich intensiv. Daher an jeder Dolde schnuppern, bevor man sie abzwickt (geht mit den Händen oder einer kleinen Schere) und in einem breiten Papiersack mit stabilem Boden sammelt. Wird die Nase dabei vor lauter Blütenstaub gelb, ist es ein gutes Zeichen.

Vorbereitung:

Hollerblüten am Tag des Pflückens verwenden bzw. ansetzen. Niemals waschen, sondern kleine Insekten ggf. durch Schütteln entfernen. Reife Hollerblüten erkennt man auch daran, dass sie sich leicht von den Dolden streifen lassen.

Verwendung:

Hollerblüten schmecken roh in zarten Blatt und Kräutersalaten, Vinaigretten (besonders super zu Spargel) und Desserts (besonders mit Rhabarber oder später den ersten Erdbeeren), noch besser aber in Vorräte wie Sirup, Essig (Rezept auf Seite 35), Gelee und Zucker verwandelt. Hollerstrauben – in Backteig getunkte und in heißem Fett ausgebackene Dolden – sind eine fast vergessene Köstlichkeit

Holunder

Text: Katharina Seiser


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