Heißer Tee für kalte Tage

Lange Abende, Kerzenschein und eine Tasse Tee –
das schafft rundum Wohlbehagen.

Bald sind wohlig-heiße Tees angesagt, die uns in den langen dunklen Stunden wieder in Stimmung bringen. Und das können sie sehr gut, all die aromatischen Teesorten aus fernen Ländern oder die heimischen Kräuter, Samen und Wurzeln, die uns aus der Tasse so fein entgegen duften.

Streng genommen dürfte man bei Pfefferminze, Kamille & Co. gar nicht von Tee sprechen. Die Bezeichnung „Tee“ steht nämlich nur den Heißgetränken aus jenen Blättern zu, die zur Familie des Teestrauches zählen. Schwarzer, Grüner oder Weißer Tee, Ceylon, Rooibos oder Matcha-Tee dürfen sich neben vielen, vielen anderen Sorten zu Recht so nennen.

Tee in Holzlöffeln Tee in Holzlöffeln

Alle anderen müssten „heißes Aufgussgetränk“ heißen. Theoretisch, denn im allgemeinen Sprachgebrauch hat es sich längst durchgesetzt, zu allem Tee zu sagen, was durch Aufgießen mit heißem Wasser unserem Körper und auch unserer Seele gut tut.

Tee ist gesund

Ob nun kräftig-aromatischer Darjeelingtee oder nach Zitrone duftender Melissentee – gesund ist Tee allemal. Ist es beim schwarzen Tee – außer Gerbstoffen, Fluor, Kalium und anderen wertvollen Inhaltsstoffen – vor allem der Muntermacher Koffein, den wir schätzen, so ist es bei Kräuter- und Früchtetees die wohltuende Wirkung auf so manches Wehwechen, das uns plagt.

Schließlich ist ja, zumindest nach einem alten Sprichwort, gegen alles ein Kraut gewachsen. Johanniskraut etwa bekämpft als natürliches Antidepressivum schwermütige Stimmungen. Erfrischend nicht nur im Geschmack, sondern auch für den Geist wirken Melisse und Pfefferminze. Eibisch, Malve, Lindenblüten und Eukalyptus wiederum bewähren sich als Heilmittel bei Husten und Erkältungskrankheiten. Und zur Vorbeugung gegen eine lästige Verkühlung lässt sich das Abwehrsystem mit Hagebutte oder Ingwer stärken.

Richtige Zubereitung

Tee wird in eine Tasse geschenkt Tee wird in eine Tasse geschenkt

Ein bunter Mix aus unterschiedlichen Kräutern und Früchten ist daher sicher die beste Art, winterlichen Verstimmungen entgegenzuwirken. Viele aparte Kombinationen von Wellness- und Wohlfühltees können bereits fix und fertig gekauft werden, es macht allerdings auch Spaß, die eigene „Privatmischung“ ganz nach persönlichem Geschmack selbst zusammenzustellen.

Welche Teekombination auch letztlich im Teesäckchen landet, wichtig ist dabei die richtige Ziehdauer. Schwarzer Tee, der belebend wirken soll, darf nicht länger als 3 Minuten ziehen, danach entfaltet sich seine beruhigende Wirkung. Kräuter- und Früchtetees benötigen hingegen meist gute 10 Minuten zum Ziehen.

Ob gar nicht, mit Honig, Kandis- oder braunem Zucker gesüßt wird, ist Geschmacksache, doch eines geht des feinen Aromas zuliebe gar nicht: die Teekanne ab und zu auch für Kaffee zu verwenden. Da sollte man sich vom Christkind lieber eine eigene Teekanne wünschen.

Christine Leitner, verantwortlich für Sensorik und Produktentwicklung bei der Österreichischen Bergkräutergenossenschaft im oberösterreichischen Hirschbach, zum Thema Tee:

Welchen Tee würden Sie gerade im Winter empfehlen?
Typisch für die kalte Jahreszeit sind schmackhafte Früchteteemischungen. Das wärmt so richtig, wenn wir durchgefroren vom Winterspaziergang zurückkommen und ist der perfekte Begleiter zu Keksen und Stollen. Auch bei den Kräutertees greift man jetzt gerne zu den kräftigeren, intensiveren Sorten wie Holunderblüten, Lindenblüten, Thymian oder Salbei.

Gibt es Tee, mit dem man sein Wohlbefinden steigern kann?
Jeder Tee, der mir schmeckt, dessen Geruch und Geschmack positive Erinnerungen und Emotionen hervorruft, steigert mein Wohlbefinden. Schlussendlich sind es nicht nur die Kräuter selbst, sondern sicher auch meine Einstellung, die für mein Wohlbefinden verantwortlich ist. Man nimmt sich Zeit, kocht das Wasser, übergießt die Kräuter, lässt ihnen Zeit, um ihr Aroma zu entfalten. Alleine das Zelebrieren dieser Zeremonie entschleunigt den Alltag.

Wie kann man Tee zusätzlich verfeinern?
Unsere Teemischungen haben dank der intensiven Mühlviertler Bergkräuter ohnehin sehr feine Aromen. Doch wärmende Gewürze wie Zimt, Vanille, Piment oder Kardamom, aber auch Ingwer verleihen dem Tee in der kalten Jahreszeit zusätzlichen Reiz.

Zimtstangen Zimtstangen
Halbierte Zitronen Halbierte Zitronen
Melisse Melisse

Selbstgemischte Tees

für kalte Tage

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  • Gewürztee zur Abwehrstärkung nach Chai-Art:

Für 4 Tassen 1 nussgroßes Stück Ingwer fein reiben und mit 2–3 TL schwarzem Tee und je 1 Prise Kurkuma, Kardamom, Safran, Pfeffer, Gewürznelken sowie kräftig Zimt in 500 ml Wasser aufkochen und ca. 5 Minuten ziehen lassen; 500 ml Milch zugießen, nochmals aufkochen und kurz ziehen lassen. Abseihen und nach Geschmack süßen.

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  • Kindertee:

Etwas klein geschnittene getrocknete, nicht gespritzte Orangenschale, getrocknete Bananen- und Apfelchips, Hibiskusblüten, Brombeer- und/oder Himbeerblätter und getrocknete Hagebutten in ein Tee-Ei oder Teesäckchen geben. Wasser aufkochen und übergießen. Nach Geschmack einen Beutel Rooibostee (koffeinfrei!) zugeben und alles 5 – 8 Minuten ziehen lassen. Mit Honig oder Orangensaft süßen.

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  • Stimmungstee für trübe Tage:

Für 1 Tasse 2 TL getrocknetes Johanniskraut mit 250 ml kaltem Wasser vermengen, aufkochen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

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  • Energie-Tee:

Wasser für 4 Tassen aufkochen und auf ca. 70 °C abkühlen lassen; erst dann über 2–3 TL (oder 2 Teebeutel) Grünen Tee gießen und 3 Minuten ziehen lassen. Je 1 Grapefruit und Zitrone auspressen, Saft abseihen und mit einer kleinen Prise Kardamom in den Tee geben. Nach Geschmack mit Honig süßen.

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  • Kräuterteemischung für sinnliche Stunden:

Aus 4 Teilen getrocknetem Rosmarin, 3 Teilen Thymian, 2 Teilen Zitronenmelisse und 2 Teilen Hibiskus eine Tee-mischung herstellen. Für 2 Tassen 4 EL Teemischung mit ca. 500 ml kochendem Wasser übergießen und 10–12 Minuten ziehen lassen. Restliche Teemischung gut verschlossen aufbewahren.

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