Grillen, aber richtig

Bekömmlich grillen mit selbst gemachten Saucen, knackigem Gemüse, frisch zubereiteten Beilagen, hochwertigem Fleisch sowie der richtigen Grilltechnik.


1. Auf die richtige Technik kommt es an

Bild von glühender Kohle Bild von glühender Kohle Bild von glühender Kohle


Eine Frage der Glut
Als Brennmaterial eignen sich Holzkohle oder -briketts. Altpapier und Verpackungen können giftige Gase entwickeln. Den Grill rechtzeitig anheizen und durchglühen lassen, bis sich eine weiße Ascheschicht bildet. Fleisch, Gemüse & Co erst auflegen, wenn kein Rauch mehr aufsteigt.

Grillanzünder
Verwenden Sie extralange Streichhölzer, Feuersprays oder einen Heißluft-Grillföhn. Flüssiganzünder, vor allem paraffinhaltige Grillanzünder, vermeiden.

Gut platziert
Auf festen, windgeschützten Standplatz achten. Holzkohlegrill niemals in Garage oder Keller anfachen. Das entstehende Kohlenmonoxid kann zu Vergiftungen führen.



2. Die richtige Würze

Gesunde Zutaten & Gewürze
Vorab sparsam würzen, lieber nachwürzen. Frische Kräuter sind ideal, getrocknete verbrennen schnell und schmecken bitter. Perfekt zum Würzen: Oregano, Majoran, Rosmarin, Thymian. Weitere Zutaten, die den Geschmack verfeinern: Zitronensaft, Paradeiser, Zwiebeln oder Nelken. Knoblauch, Ingwer und Cayennepfeffer wirken antioxidativ.

Zucker & Salz reduzieren
Fleisch nach dem Grillen salzen, damit es nicht zu trocken wird. Marinaden am besten nicht salzen und extra zuckern. Als Basis für süße Marinaden passen nämlich auch Apfelsaft, Honig oder klein geschnittene Früchte wie Mangos oder Ananas. Saure Marinaden können mit Essig oder Zitronensaft angerührt werden.

Bild von rohem Lammfleisch auf einem Holzbrett Bild von rohem Lammfleisch auf einem Holzbrett Bild von rohem Lammfleisch auf einem Holzbrett


3. Wie vermeidet man schädliche Dämpfe?

Bild von Burger-Fleisch-Paddys auf dem Grill Bild von Burger-Fleisch-Paddys auf dem Grill Bild von Burger-Fleisch-Paddys auf dem Grill



Holzkohlegrill
Sorgt zwar für das typisch „rauchige“ Aroma, sind aber bei regelmäßigem Grillen bedenklich. Fast immer tropft Fett in die Glut und es entstehen giftige Dämpfe, die ins Grillgut gelangen. Die Hitze ist schwer zu steuern und das Grillgut verbrennt leicht.

Elektro- oder Gasgrill
Tropfendes Fett wird in Schienen aufgefangen und abgeleitet. Die Hitze ist gut dosierbar.

Grilltassen
Bei der Verwendung von Grilltassen aus Edelstahl oder Emaille gelangt kein Fett in die Glut. Stehen diese nicht zur Verfügung, zumindest Öl abtupfen und Fettränder abschneiden. Wer Alu-Schalen verwendet, erst am Teller würzen: Denn Salze lösen Aluminium.


4. Welches Grillgut ist wirklich gut?

Qualität zählt
Magere Fleischsorten wie Nackenkoteletts, Steaks oder Geflügelschnitzel sind zu bevorzugen – bei Fisch Lachs, Forelle oder Thunfisch. Zu empfehlen ist Fleisch oder Fisch aus artgerechter oder Bio-Haltung.

Vorsicht, Gepökeltes
Erhitzen von Räucherspeck oder gepökeltem Fleisch können aus dem Nitritpökelsalz krebserregende Nitrosamine entstehen. Das kann übrigens auch bei Bratwürsten, Berner Würsteln und Käsekrainern der Fall sein. Kombinieren Sie Würste z. B. mit Paradeisersalat (Lycopin in den Paradeisern fängt freie Radikale) und Senf (Senföle unterstützen die Leber bei der Entgiftung).

Bild von Grillspießen auf dem Grill Bild von Grillspießen auf dem Grill Bild von Grillspießen auf dem Grill


5. Wie lange ist die Grillzeit?

Aufschnitt eines gegrillten Stückes Fleisch Aufschnitt eines gegrillten Stückes Fleisch Aufschnitt eines gegrillten Stückes Fleisch



Krankheitserreger vermeiden
Schweinefleisch und Geflügel sollte jedenfalls durchgebraten werden, um z. B. Salmonellen abzutöten. Das Fleisch ist durch, wenn der Fleischsaft nach Druck in die Mitte klar ist. Dauer bei Rindoder Kalbfleisch nach Geschmack.

Schonendes Grillen
Am gesündesten ist es, wenn das Fleisch bei hoher Hitze mittelbraun angebraten wird und dann bei geringerer Hitze so lange brät, bis es durch ist. Schwarze Stellen vermeiden bzw. unbedingt wegschneiden. Grillgut kann auch z. B. im Steamer vorgegart und nur kurz auf den Griller gelegt werden. orgegart und nur kurz auf den Grill gelegt werden.



6. Marinaden selbst gemacht

Selber marinieren
Wenn möglich, unbehandeltes, frisches Fleisch kaufen. Bei fertig mariniertem Fleisch ist der Geruchs-Frischetest schwer möglich. Eigene Marinaden sind weniger fett und frei von künstlichen Zusatzstoffen. Fleisch für einige Stunden in die Marinade legen.

Marinaden ohne Öl
Trockenmarinaden aus klein gehackten Kräutern und Gewürzen haften besonders gut und können 30 Minuten vor dem Grillen auf das Fleisch gerieben werden. Verzichten Sie auf das ständige Bestreichen mit Marinade oder Bespritzen mit Bier.

Hochwertige Fette
Gesunde, hitzebeständige Pflanzenfette wie Raps-, Erdnuss- oder Olivenöl verwenden.

Bild von fertigen Spareribs Bild von fertigen Spareribs Bild von fertigen Spareribs



7. Gesunde Beilagen

gegrillter Mais gegrillter Mais gegrillter Mais



Achtung, Kalorienbomben
Salat sollte aus frischem Gemüse und Kräutern bestehen, weniger aus kohlehydrathaltigen Erdäpfeln, Nudeln oder Wurst. Grüner Salat, Gurken und Paradeiser sind ideal.

Gegrillte Gemüse
Gemüse wie Paprika, Fenchel, Zucchini oder Melanzani grillt man am besten als Spieß oder in Scheiben geschnitten. Aufgrund der kurzen Garzeit bleiben Vitamine erhalten.

Vegetarisch & vegan
Grillen Sie Gemüsespieße, Sojawürstchen, Falafel, vegane Grillwürste, Tofuburger oder Seitankoteletts.



8. Selbst gemachte Saucen



Saucen & Dips im Nu gemacht
Saucen und Dips können aus Joghurt, Topfen und hochwertigem Pflanzenöl selbst gemacht werden. Auch aus pürierten Avocados oder Kichererbsen lassen sich köstliche Grillsaucen zubereiten. Je nach Geschmack mit klein gehackten Paradeisern, Kräutern oder Chili verfeinern. Auch ein Tsatsiki (griechisches Joghurt mit Knoblauch und Gurke) ist schnell selbst gemacht.

Diverse Grillsaucen und Marinaden in Flaschen und Schälchen Diverse Grillsaucen und Marinaden in Flaschen und Schälchen Diverse Grillsaucen und Marinaden in Flaschen und Schälchen

Tipp

Lassen Sie sich von Ihrem ADEG Kaufmann über die Qualität und die Eignung von Fleisch und Fisch für den Grill beraten.

Tipp von ADEG Kaufmann Walter Schmutterer Jr.

Das Beste zum Schluss:
Auch Früchte kann man grillen. Exotisches Obst wie Ananas, Mango oder Papaya eignet sich ebenso wie heimische Marillen oder Pfirsiche. Früchte einfach aufschneiden und ein paar Minuten auf den Grill legen. Z.B. mit Eis oder Joghurtsauce servieren.

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