Die gesundheitlichen Vorteile einer zuckerarmen Ernährung

Es ist gar nicht so einfach, seinen Zuckerkonsum einzuschränken, doch wenn man die vielen Vorteile einer zuckerarmen Ernährung kennt, fällt es einem bestimmt leichter.

Süßes Gift

Fettleber, Übergewicht, Diabetes Typ 2, Nierenversagen und Herzinfarkte sind nur ein paar der Krankheiten, die auf einen zu hohen Zuckerkonsum zurückzuführen sind. Doch woher kommt unsere Sucht nach dem „süßen Gift“ und warum können wir so schwer darauf verzichten? „Der süße Geschmack bewirkt bei den meisten Menschen ein positives Gefühl, weil wir schon als Säuglinge leicht süßliche Muttermilch genießen. Süße kann uns daher ein Gefühl der Sicherheit geben und uns beruhigen. Es werden außerdem Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet, die uns glücklich machen. Dieses Glück wollen wir natürlich wieder erleben, auch wenn wir kurze Zeit darauf vielleicht sogar wieder ein schlechtes Gewissen haben“, sagt Ernährungsexpertin Mag. Andrea Fičala.

Gesünder leben ohne Zucker

Frau gibt Zucker mit einem Löffel in eine Schüssel, sie bäckt gerade einen Kuchen Frau gibt Zucker mit einem Löffel in eine Schüssel, sie bäckt gerade einen Kuchen Frau gibt Zucker mit einem Löffel in eine Schüssel, sie bäckt gerade einen Kuchen

Früher rauchte man, ohne über die Gefahren Bescheid zu wissen. Heute essen wir so – und zwar in erster Linie Zucker, denn in drei von vier Produkten ist Zucker enthalten. Kein Wunder, dass der Österreicher am Tag durchschnittlich 93 Gramm Zucker zu sich nimmt. „Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine maximale Aufnahme an freiem Zucker von 50 Gramm pro Tag – etwa 10 Teelöffel bzw. ca. 15 Stück Würfelzucker – und hält eine weitere Reduktion auf 25 Gramm – 5 Teelöffel, ca. 8 Stück Würfelzucker – für sinnvoll“, so Fičala. Wer jetzt Angst hat, dass eine radikale Umstellung auf eine zuckerreduzierte Ernährungsweise gesundheitliche Probleme mit sich bringt, kann beruhigt sein. „Zucker konsequent wegzulassen hat keine gesundheitlichen Folgen, da unser Körper die Einfachzucker, die er für die Energieversorgung braucht, auch leicht aus komplexeren Kohlenhydraten wie Stärke, wie sie in Kartoffeln, Brot oder Nudeln enthalten ist, gewinnt. Eine strikt kohlenhydratfreie Ernährung ist allerdings nicht sinnvoll, da diese auf Dauer auch zu gesundheitlichen Problemen wie Gicht oder Nierensteinen führen kann, vor allem, wenn der Eiweißanteil sehr hoch ist“, erklärt die Ernährungsexpertin.

Weniger Zucker, weniger Falten

Die vielen Vorteile einer zuckerarmen Ernährung sind nicht von der Hand zu weisen. Egal wie viel Geld man für gute Pflegeprodukte ausgibt, man kann damit nicht die Zellschäden, die der Zucker von innen heraus verursacht, wieder rückgängig machen. Er beeinträchtigt die Kollagenproduktion, die dafür sorgt, dass unsere Haut prall aussieht, vermindert die Elastizität und fördert die frühzeitige Faltenbildung. Doch auch die lästigen Kilos, besonders um den Bauchbereich, wird man schneller wieder los, wenn man auf Zucker verzichtet. Dieses sogenannte „viszerale Fett“ kann außerdem dazu führen, dass die Fettzellen unsere Organe und Blutgefäße angreifen und Entzündungen hervorrufen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verursachen können. Außerdem zeigen immer mehr Studien, dass zu viel Zucker das Risiko erhöht, an Herzleiden zu erkranken, auch wenn man nicht übergewichtig ist.

Lauter Argumente, die für eine Zucker-Reduktion sprechen, doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, meint die Ernährungsexpertin Mag. Andrea Fičala: „Persönlich gefällt mir ein entspannter Zugang zu Zucker, bei dem man sich auch einmal eine Portion Eis oder ein Dessert ohne schlechtes Gefühl gönnt, am besten. Der positive Effekt von Genuss und Lebensfreude auf unsere Gesundheit wird meiner Meinung nach unterschätzt.“

Zwei Frauen nebeneinander, vermutlich Mutter und Tochter Zwei Frauen nebeneinander, vermutlich Mutter und Tochter Zwei Frauen nebeneinander, vermutlich Mutter und Tochter

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