„Bewusstes Essen macht Freude!“

Nur wenn jeder seinen eigenen Weg zur gesunden Ernährung findet, klappt es auch. ADEG Diätologin Barbara A. Schmid hat uns Tipps gegeben.

„Morgen fange ich mit dem Abnehmen an“. Mit Diäten verbinden wir im Alltag Essenseinschränkungen, Reduktionskost, Verzicht, Verlust an freier Entscheidung, Kontrolle und oft auch Kontrollverlust. Das muss nicht sein, verrät uns die Diätologin für ADEG,
Barbara A. Schmid aus Wien.

Was halten Sie von Diäten?
Diäten sind für kranke Menschen sinnvoll und werden nach bestimmten Regeln und passend zu einem Krankheitsbild erstellt. Individualität hat wenig Platz. Die Ernährungsumstellung hingegen stellt das Essverhalten des Einzelnen in den Mittelpunkt. Sie hat das Ziel, die Ernährung und Lebensführung in Richtung Gesundheit zu verändern. Das ist nachhaltig erfolgsversprechender!

Kann Ernährungsumstellung auch Spaß machen?
Ja, klar. Menschen gehen meist in den Widerstand, wenn ihnen etwas aufgezwungen oder der erhobene Zeigefinger vorgehalten wird. Ernährungsumstellung sollte ganzheitlich erfolgen. Ein wesentlicher Teil sind Strategien, um Hürden zu bewältigen und auch mit Misserfolgen umzugehen. Dieser Prozess macht dann Spaß, wenn man sich verstanden fühlt, wenn man neue gute Geschmäcker und womöglich auch die Lust am Kochen entdeckt und sich wohler fühlt.


Welche Rolle spielen frische Kräuter auf diesem Weg?
Ich sehe sie vor allem als Geschmacksgeber, die einfachen Gerichten plötzlich einen neuen Pfiff verleihen. Anders bei Smoothies: Wenn ich einen Mix aus Brennesseln, Bananen und Orangen zubereite, wird der Geschmack von Brennessel plötzlich angenehm. Wir können mehr davon zu uns nehmen!

Frau kauft frische Paprika am Marktstand Frau kauft frische Paprika am Marktstand
Grüner Smoothie mit Zitronenspalten Grüner Smoothie mit Zitronenspalten

Was sind die häufigsten Stolpersteine?
Wir treffen am Tag viele Kauf- und Ernährungsentscheidungen – aus vielen unterschiedlichen Motiven. Hunger ist nur eines davon. Auch Geschmack, wirtschaftliche Überlegungen, Verfügbarkeit, Überzeugungen, z. B. bei einer veganen Ernährungsweise, Gesundheit oder emotionale Einflüsse, wie Schokolade als Frustkiller, laufen wie ein Film in uns ab. Oft stehen Motive in Konkurrenz, wie der Wunsch abzunehmen und das Bedürfnis nach Süßem bei Stress. Dieses Missverhältnis kann zu einem Dilemma zwischen Wollen und Sollen führen!

Warum ist es so wichtig, sein Essverhalten zu reflektieren?
Es gilt, die unterschiedlichen Motive, die die Lebensmittelauswahl beeinflussen, zu ergründen und dann Strategien zu finden, um eine gut gelebte Entscheidung zu treffen. Ich lege besonderen Wert auf die Einkaufsunterstützung: In Zeiten der Über- und Fehlinformation sind Menschen oft verunsichert. Es ist wichtig, Orientierung zu schaffen.



Worin besteht Ihr Ernährungskonzept?
Es zeichnet sich vor allem durch seine Alltagstauglichkeit und die Möglichkeit aus, selbst flexibel zu entscheiden. Oft werden Patienten mit Pyramiden und Broschüren alleingelassen. Das „Iss-dich-frei-System“ berücksichtigt medizinische wie auch psychologische Aspekte. Es geht um Individualität, Flexibilität, Mitspracherecht, Begleitung, Genesung und nachhaltigen Erfolg.

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www.iss-dich-frei.at

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