Spielplatz Natur

Spielen wir was!

Die lieben Kleinen hocken lieber drinnen, statt im Grünen zu toben?
So locken Sie den Nachwuchs ins Freie.

Kleiner Junge spielt mit einem Stock am Bach Kleiner Junge spielt mit einem Stock am Bach

Endlich Wochenende – und nichts wie raus mit uns? So denken eher wir Eltern als unsere Sprösslinge. Kindergarten- und Volksschulkinder sind meist noch leichter ins Freie zu locken – doch je älter, desto mehr Stubenhocker. Fernseher, Computer und Konsole verführen zum Indoor-Fingersport. Auch wenn die Konkurrenz zu Wald und Wiese übermächtig scheint: Bleiben Sie dran, denn wer in der Kindheit keinerlei positive Outdoor-Erfahrungen macht, wird vermutlich auch später keine besondere Ader für die Natur entwickeln.

Ein wirksamer Trick ist eine kleine Eltern-Verschwörung: Wenn schon Frischluftschock, dann mit anderen Familien gemeinsam – und mit ein paar Spielideen im (Wander-)Gepäck. Noch einfacher geht’s, wenn Sie Erwachsene und Kinder zu einer spontanen Outdoor-Party im Park oder im Wald laden. Spontan deshalb, weil Sie so den Wetterbericht abwarten können. Auch der Organisationsstress fällt weg, denn: Jede Familie bringt selbst ein kleines Picknick samt Decke plus eine Idee samt Requisiten für mindestens ein Spiel mit – so entsteht vielleicht sogar eine richtige Spiele-Olympiade.

Wir haben einige Ideen für Sie ausgesucht – auch für requisitenfreie Spontanspiele während eines Ausflugs. Denn manchmal kommt man erst bei der Rast drauf, dass niemand einen Ball, ein Frisbee oder eine Slackline mit hat...

1. Spiele mit Requisiten

RODELRENNEN.
Requisiten: Picknickdecken.
Picknickdecken eignen sich auch als Schlitten. Ein „Pilot“ setzt sich auf die Decke, ein oder zwei Teamkollegen ziehen ihn über die Wiese – natürlich um die Wette mit anderen Mannschaften.

DUFTSAMMLUNG.
Requisiten: kleine, verschließbare Behälter, 1 Tuch.
Alle schwärmen aus und suchen Dinge, die besonders riechen: frische Erde, zerriebene Blätter, ein vermoderndes Aststück, eine duftende Blüte, grünes Moos. Dann werden die Düfte verglichen, aber nur mit der Nase. Wer errät mit verbundenen Augen, was in der Dose ist?

GOLDGRÄBER.
Requisiten: kleine Steine, die die Erwachsenen zu Hause heimlich mit wasserfester goldener Farbe lackiert haben.
Stößt man beim Spaziergang auf einen Bach, so versteckt ein Erwachsener die Steine im Flussbett und erwähnt dann beiläufig, dass man hier angeblich sogar Gold finden kann – und der Forschergeist der Kids ist geweckt.

BLUMEN-WEITPUSTEN.
Requisiten: 1 kurzer Strohhalm pro Person.
Die Mitspieler pflücken je einen Grashalm oder eine (nicht naturgeschützte) Blume, stecken sie in den Strohhalm und blasen sie um die Wette so weit sie können.

WO IST MEIN BAUM?
Requisite: 1 Tuch pro Paar.
Ein Spiel in Zweiergruppen: Ein Spieler kann sehen, der andere hat die Augen verbunden. Letzterer wird auf verschlungenen Pfaden zu einem Baum geführt, wo ihm nur die Hände und vielleicht auch noch die Nase zur Verfügung stehen, um den Baum zu erkunden: Wie ist die Rinde, wo stehen Äste weg, wie dick ist der Stamm? Nachdem der Tastende nach einer Weile sicher ist, dass er den Baum wiedererkennen kann, wird er wieder zum Ausgangspunkt zurückgeführt. Wieder sehend besteht seine Aufgabe nun darin, „seinen“ Baum wiederzufinden.

Kinder spielen auf einer Wiese Kinder spielen auf einer Wiese
Kind in Gummistiefeln spielt im Bach Kind in Gummistiefeln spielt im Bach

2. Spontanspiele

TANDEM.
Die Anwesenden bilden Zweiergruppen. Bleibt jemand übrig, wird er zum Schiedsrichter ernannt. Eine Start- und Ziellinie wird z. B. mit kleinen Stöcken improvisiert. Die Teams stellen sich nebeneinander an der Startlinie auf. Das leichtere Teammitglied stellt sich mit dem Gesicht zum Kollegen gewandt auf dessen Füße und hält sich an ihm fest. Dann watscheln die Paare so schnell wie möglich Richtung Ziel. Fällt der blinde Passagier runter, geht’s zurück an den Start. Variante mit Requisite: Das Team hält sich seitlich aneinander fest und muss die Strecke durch gemeinsames Schnurspringen bewältigen. Gibt es nur eine Springschnur, wird einzeln gehüpft und die Zeit gestoppt.

BÄUMCHEN, WECHSLE DICH.
Ein „altes“, aber lustiges Spiel: Man suche eine Baumgruppe oder ein paar Bäume im Wald, die einen mehr oder weniger runden Platz in der Mitte freigeben. Alle Mitspieler stellen sich zu einem Baum, nur ein Spieler bleibt in der Mitte und beginnt im Kreis herumzugehen. Hinter seinem Rücken wechseln alle anderen munter ihre Plätze. Kann der Spieler schnell einen leeren Baum erhaschen, gibt es einen neuen „Freiwilligen“.

FAULER WILLI.
Gut zum Runterkommen nach viel Bewegung: Ein Kind legt sich auf den Boden, ein anderes zeichnet die Umrisse z. B. mit Blättern nach. Dann gestalten alle gemeinsam den „Abdruck“: Aus Grashalmen entsteht die Hose, aus Tannenzapfen die Schuhe usw. Ergebnis zur Erinnerung unbedingt fotografieren!


ACTION IN DEN FERIEN?

Und wenn sich die Kids in den Ferien auch bewegen sollen, wenn die Eltern arbeiten? Dann sind Sommercamps fein, die man steuerlich absetzen kann. Wer nicht übernachten möchte, wählt ein Camp mit reiner Tagesbetreuung.

CAMPS DES WWF: von Abenteuer im Schilfwald bis Wildtiersafari.
www.wwf.at

Almwiesen, Felsen und Bergseen: ALPENVEREIN-SOMMER-CAMPS.
www.alpenverein.at

YOUNG AUSTRIA SOMMER-CAMPS: Actioncamps in Salzburg.
www.camps.at

GÜNSTIGE TANZCAMPS.
www.bigsmileclub.com

ZIRKUSCAMPS im Waldviertler Drosendorf.
www.circusluft.com

Sommercamps in ganz Österreich auf der Sommerferienbetreuungsplattform des Familienministeriums unter www.bmfj.gv.at


Buchtipps

OUTDOOR MIT KINDERN Hitzler, Pietsch Verlag 2014

RAUS INS FREIE Fiona Danks/Jo Schofield, AT Verlag 2013

DAS RUCKSACKBUCH FÜR DEN WALD, A. Thinschmidt, D. Böswirth, Perlen-Reihe 2014

DAS URLAUBSBUCH FÜR KINDER UND ELTERN Claudia Scholl, Hauptverlag 2014