Stricken & Co. - Textilverarbeitung leicht gemacht

Stricken, Häkeln, Handarbeit - Kleidung und Dekor selbst gestalten

Textilverarbeitung hat in Österreich Tradition. Doch seit einigen Jahren sind Stricken, Häkeln und Co keine Beschäftigungen mehr, die man nur mit älteren Damen verbindet. Denn die Arbeit mit Wolle und Stoffen wird auch unter Jungen und Junggebliebenen immer beliebter. Wie der Einstieg am besten gelingt und was man am Anfang beachten muss, haben wir hier zusammengefasst.


Der richtige Einstieg

Man sieht sie immer öfter: Menschen, die selbstgestrickte Pullover verschenken, Studierende, die während der Vorlesung Socken stricken oder junge Gruppen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Stricken und Häkeln treffen. Stricken liegt wieder voll im Trend – und dafür gibt es viele gute Gründe! Stricken und Häkeln entspannt, fördert die Konzentration und ist gut für die Feinmotorik. Aber das Beste daran: Am Ende hat man etwas Eigenes kreiert und im Idealfall auch ein schönes und nützliches Produkt hergestellt.

Wer sich diesem „Do it yourself“-Trend anschließen will, stößt schnell auf Fragen, die nicht immer leicht zu beantworten sind. Welcher Stoff ist der richtige für welches Projekt? Womit sollte man am besten starten? Was ist der Unterschied zwischen Stricken, Häkeln und Sticken? Um Ihnen den Einstieg etwas leichter zu gestalten, hier ein paar nützliche Informationen und Tipps für die ersten Schritte:

Stricken, Häkeln, Sticken – was ist der Unterschied?

Zunächst sollte klar sein, welche Technik für welches Projekt geeignet ist. Denn neben dem Stricken gibt es auch die Möglichkeit Socken und Schals zu häkeln. Doch was eignet sich wofür und was hat es eigentlich mit dem Sticken auf sich? Hier eine Übersicht:

  • Beim Stricken wird durch das systematische Umschlichten eines Garns mit mehreren Stricknadeln (In der Regel 2-5) ein Maschengebilde geschaffen. Besonders gut lassen sich beispielsweise Schals und Pullover stricken aber natürlich auch Mützen, Denken, Socken, Handschuhe und vieles mehr.
  • Beim Häkeln wird durch den Einsatz einer Häkelnadel und einem Garn ein Maschengewebe erzeugt. Den größten Unterschied zum Stricken stellt dabei die Häkelnadel dar, die vorne hakenförmig abgebogen ist. Häkeln lassen sich Schals, Pullover, Hauben und Co, aber vor allem auch kleinere Sachen wie Babykleidung und Haushaltsartikel wie Topflappen oder Untersetzer.
  • Beim Sticken wird ein bereits bestehendes Textilprodukt durch das systematische Durchziehen eines Fadens verziert. Übliche Stickerzeugnisse sind Tischdecken oder Stofftaschentücher.

eine Frau sitzt und strickt einen Schal eine Frau sitzt und strickt einen Schal eine Frau sitzt und strickt einen Schal

Anleitungen, Ideen und Materialien

Nachdem die Unterschiede der Techniken klar sind, fehlen vor dem Start des ersten Projekts nur noch wenige Dinge: Eine verständliche Anleitung, eine Idee und die richtigen Materialien. Für alle drei Punkte empfiehlt es sich, ein wenig im Internet zu recherchieren. Hier finden sich zahlreiche Strick-, Häkel-, und Stickblogs, die weiterhelfen und viele kostenlose Muster zur Verfügung stellen. Hat man sich einen Überblick verschafft, macht es Sinn, ein Geschäft zu besuchen, das Textilwaren führt, um sich vor Ort vom fachkundigen Personal beraten zu lassen.

Die Grundausstattung für ein erfolgreiches Strick- oder Häkelprojekt erhält man unter anderem auch in zahlreichen ADEG-Märkten in ganz Österreich. Hier sind von Strick- und Häkelnadeln, über Wolle, bis hin zur persönlichen Beratung alles an einem Ort verfügbar. So zum Beispiel bei ADEG Mörath im steirischen Gleisdorf, bei ADEG Kaubeck in Niederösterreich in St. Peter in der Au oder in Salzburg bei ADEG Neumair in Kaprun. Gerne geben hier fachkundige Mitarbeiter ihre persönlichen Tipps und Ratschläge an ihre Kunden weiter.


Schal, Mütze, Socken – Strickprojekte zum Anfangen

Strickprojekte: Schal, Herzen,... Strickprojekte: Schal, Herzen,... Strickprojekte: Schal, Herzen,...

Sie stehen bereits mit Ihren Strick- oder Häkelnadeln in den Startlöchern und möchten am liebsten sofort loslegen? Hier ist als Anfänger Vorsicht geboten! Denn gerade als Einsteiger kann es geschehen, dass komplizierte Anleitungen zur Verzweiflung führen und den anfänglichen Enthusiasmus schnell zu Frustration umwandeln. Darum sollten zu Beginn lieber einfache Projekte angegangen werden, die schnell Ergebnisse liefern und Lust auf mehr machen.

Mit seiner leichten rechteckigen Form ist ein Schal ein geeignetes Einstiegsprojekt. Hat man die erste einfache Version geschafft, kann man sich an kompliziertere Modelle wagen. Dabei ist an Formen und Designs kaum Grenzen gesetzt: Wie wäre es zum Beispiel mit einem trendigen Loopschal oder einer Stola? Oder variieren Sie bei den Strickmustern zwischen dem besonders wärmenden Patentmuster, dem edlen Zopfmuster oder dem vielseitigen Perlmuster. Zahlreiche einfache Strickanleitungen und Vorlagen zum Häkeln finden Sie schnell und meistens kostenlos im Internet.

Hat man ein Gefühl für die Technik, die Strick- oder Häkelnadeln und das Material entwickelt, kann man sich an größere und schwierigere Vorhaben wagen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer passenden Mütze oder Stirnband zu Ihrem zuvor gestrickten Schal? Oder stricken Sie für den nächsten Winter eine wärmende Decke. Wer ständig unter kalten Füßen leidet, kann mit selbstgestrickten oder selbstgehäkelten Socken Abhilfe schaffen. Für alle erdenklichen Strick- und Häkelprodukte finden Sie im Internet passende Anleitungen, die Ihr kreatives Handwerken unterstützen. Hier einige Webseiten, auf denen Sie sich inspirieren lassen können:


Nadel und Zwirn – was es bei den Materialien zu beachten gibt

Für ein perfektes Ergebnis des geplanten Strick- oder Häkelprojekts benötigt man nicht nur eine verständliche und detaillierte Anleitung, sondern auch die passenden Materialien. Die mitunter wichtigste Frage, die sich zu Beginn stellt, ist jene nach dem richtigen Garn. Es gibt viele unterschiedliche Garnarten in verschiedene Ausführungen – jede mit bestimmten Vor- und Nachteilen für das eigene Textilprodukt.

Beim Stricken und Häkeln wird normalerweise mit Wolle gearbeitet, aber natürlich variieren auch hier die Qualitätsstufen je nach Budget. Hier eine kurze Übersicht, welche Wollarten für welche Textilprodukte geeignet sind:

  • Schafwolle: Schafwolle ist besonders warm und strapazierfähig. Für das Stricken und Häkeln von Winterkleidung wie Mützen, Stirnbändern, Handschuhen, Jacken oder Pullovern ist sie hervorragend geeignet.
  • Alpakawolle: Alpakawolle wird aus dem Fell der südamerikanischen Kamelart Alpaka hergestellt. Aufgrund ihrer guten Isolierfähigkeit und Zartheit ist Alpakawolle ideal für die Herstellung von warmen Mützen, Socken oder Pullovern geeignet.
  • Merinowolle: Diese Wollart vom Merinoschaf zählt zu den weichen Wollsorten, die durch ihre Elastizität und Glätte ein angenehmes Tragegefühl auszeichnet.
  • Angorawolle: Die aus den Haaren des Angorakaninchens gewonnene Angorawolle wird gerne zur Herstellung von Kleidungsstücken, die nah am Körper liegen, gebraucht, da sie weich und angenehm ist.
  • Mohairwolle: Diese edle Sorte stammt von der Angoraziege. Neben Pullovern und anderen Kleidungsstücken wird Mohairwolle auch für Taschen, Teppiche, Dekoartikel und Accessoires verwendet.
  • Kaschmirwolle: Die sehr feine und weiche Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege hergestellt und eignet sich ausgezeichnet für hochwertige Schals, Mützen oder Pullover.
  • Seide: Ja auch mit Seide kann gestrickt und gehäkelt werden! Die aus dem Kokon eines Schmetterlings gewonnene Faser besticht durch ihre glatte, zarte und kühlende Oberfläche und gehört aufgrund der aufwendigen Gewinnung zu den teuersten Garnarten.

Wolle in einem Korb, daneben zwei Stricknadeln Wolle in einem Korb, daneben zwei Stricknadeln Wolle in einem Korb, daneben zwei Stricknadeln

Doch allein mit dem Garn ist es noch nicht getan. Auch die Stärke, das Material und die Art der Nadeln sollte passend gewählt werden. Hier gilt die Faustregel: Je dünner das Garn, desto dünner auch die Nadel. Welche Nadelstärke für Ihre ausgewählte Wolle am geeignetsten ist, steht normalerweise auf der Verpackung der Wolle, die verarbeitet werden soll. Meist sind hier zwei mögliche Stärken angegeben, die sich auf die Art der Maschen beziehen: für feste Maschen empfiehlt es sich die größere Nadelstärke und für lockere Machen die kleinere auszuwählen. Anfängern wird geraten, dickere Nadel zu verwenden, da es sich damit leichter arbeiten lässt. Auch in der Anleitung Ihres Strick- oder Häkelobjektes können Sie meist eine Empfehlung der zu verwendenden Nadelart entnehmen.

Bei Häkelnadeln muss lediglich die Nadelstärke gewählt werden. Bei Stricknadeln gibt es darüber hinaus auch drei unterschiedliche Nadelvarianten – einfache Stricknadeln, Nadelspiele und Rundstricknadeln:

  • Einfache Stricknadeln: Als gerade Nadeln mit einem Knopf am Ende, der das Abrutschen der Maschen verhindert, stellen sie den Urtyp der Stricknadel dar und eigenen sich besonders für Anfänger, da sie locker und stützend in der Hand liegen können. Eingesetzt werden sie besonders für flache Strickprodukte wie Schals, Decken oder Pullover.
  • Nadelspiele: Diese Art ist optimal für rundgestrickte, schlauchartige Objekte wie Socken, Handschuhe oder Mützen. Hierzu werden meist fünf Nadeln gleichzeitig genützt, um aus Ihnen einen Kreis zu formen. Da sie jedoch an beiden Enden offen sind, können bereits hergestellte Maschen bei ungeübten Anwendern leicht herunterfallen. Hier ist etwas Übung und Geduld gefragt, bis die richtige Technik richtig sitzt.
  • Rundstricknadeln: Rundstricknadeln bestehen aus zwei Stricknadeln und einem sie verbindenden Strang – meistens ein bewegliches Kunststoffband. Flexibel einsetzbar eignet sich diese Art sowohl für runde Strickformen als auch gerade, flache Objekte. Da sich hier das gesamte Werk stets auf der Nadel befindet, können die Maschen nur schwer abrutschen. Das Besondere am Rundstricken: Sie können beispielsweise einen Pullover herstellen, der ganz ohne Nähte auskommt!

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