Zu Tisch bei
Kaufmann Michael Kulcsar

ADEG Kaufmann Michael Kulcsar sorgt dafür, dass die Nahversorgung im kleinen Ort Unken erhalten bleibt. Die Bewohner danken es ihm – indem sie gerne bei ihm einkaufen.

Michael Kulcsar mag Musik, und er mag Menschen. Mit ersterer hat er sich zehn Jahre lang beschäftigt, mit Menschen hat er seit zweieinhalb Jahren besonders viel zu tun. Und das alles nur, weil er Zeitung gelesen hat. Der Kaufmann stand damals an einem Wendepunkt in seinem Leben. Er hatte die Matura nachgemacht, wollte nach einem Jahrzehnt im Musikgroßhandel etwas anderes machen. Hier kommt die Zeitung ins Spiel, erzählt der sympathische 32-Jährige: „Ich saß gemeinsam mit meiner Freundin Conny bei meiner Oma in der Küche und blätterte in einer Zeitung. Dabei stieß ich auf eine Anzeige von ADEG, in der stand, dass selbständige Kaufleute gesucht werden.“ Michael Kulcsar war fasziniert von der Idee, ein eigenes Geschäft zu leiten. Von seiner Familie und seinem näheren Umfeld bekam er Rückhalt für sein Vorhaben – nicht zuletzt, weil beide Elternteile in der Lebensmittelbranche tätig sind. Auf seine Bewerbung folgten mehrere Gespräche mit ADEG Verantwortlichen sowie ein Eignungstest, schließlich wurde er ins Ausbildungsprogramm aufgenommen. „Ein Jahr lang habe ich daraufhin in verschiedenen Märkten in Österreich gearbeitet und dort die unterschiedlichen Bereiche kennengelernt – von der Feinkost bis zum Lager“, so Kulcsar. Die Stationen in Salzburg, Kärnten und Tirol hätten ihm ein Gefühl dafür vermittelt, wie der selbständige Kaufmannsberuf ablaufe – und ihn in seiner Entscheidung bestätigt. Als ein Markt in Unken frei wurde, nahm Michael Kulcsar die Herausforderung an. Er selbst stammt nicht aus dem knapp 2.000 Einwohner zählenden Ort im Pinzgau, sondern ist rund 30 Kilometer davon entfernt aufgewachsen.

ADEG Kaufmann Michael Kulcsar in seiner Küche ADEG Kaufmann Michael Kulcsar in seiner Küche ADEG Kaufmann Michael Kulcsar in seiner Küche
Der Fisch in der Vorbereitung Der Fisch in der Vorbereitung Der Fisch in der Vorbereitung
Nach getaner Arbeit wird das Essen gemeinsam am Tisch verzehrt Nach getaner Arbeit wird das Essen gemeinsam am Tisch verzehrt Nach getaner Arbeit wird das Essen gemeinsam am Tisch verzehrt

Management-Fähigkeiten

Kaufmann zu sein sei so viel mehr, als die meisten Menschen landläufig annehmen, sagt Michael Kulcsar. „Ich stehe nicht nur im Geschäft und mache nebenbei ein bisschen Buchhaltung.“ Worauf der Kaufmann abzielt, sind die vielen Auf- gaben rundherum, die er abwickelt. Da ist zum einen das Energiemanagement, weil „so ein Markt wirklich viel Strom braucht“. Dazu kommt die für ihn größte Herausforderung – das Personalmanagement, für das das richtiges Gespür gefragt ist. Die 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er beschäftigt, hat er von seinem Vorgänger übernommen. „Jeder Mitarbeiter ist anders, mit jedem geht man ein klein wenig anders um. Darauf kann einen keine noch so gute Einschulung vorbereiten, hier lernt man am besten und schnellsten durch eigene Erfahrung“, ist der 32-Jährige überzeugt. So wie die Mitarbeiter unterschiedlich sind, gibt es auch unter den Kunden die verschiedensten Charaktere. Viele Kunden begegnen ihm ihrerseits auch mit großer Freundlichkeit und Dankbarkeit. „Gerade die älteren Menschen im Ort sind glücklich darüber, dass ihnen die bequeme, fußläufige Einkaufsmöglichkeit erhalten geblieben ist.“ Immer wieder bekommt er positives Feedback zum Sortiment, dass sich „nach Meinung vieler mit der Übernahme deutlich verbessert hat“.

Die Musik, die Kulcsar in seinem Arbeitsleben davor so intensiv begleitet hat, ist ihm mit seiner Gitarre erhalten geblieben. So oft wie früher kommt er allerdings nicht mehr dazu, auf ihr zu spielen. Das Arbeitspensum ist als selbständiger ADEG Kaufmann höher, als es in seinem angestellten Job war, aber er zählt seine Stunden gar nicht so genau, weil sie für ihn keine Rolle spielen. „Das Arbeiten als Selbständiger ist ganz anders, als wenn man irgendwo angestellt ist. Ich mache meine Arbeit nur für mich, das macht einen riesigen Unterschied.“ Die freien Sonntage genießt er trotz Freude an der Arbeit sehr. Oft zieht es ihn und seine Freundin Conny hinaus in die Berge, die sie auf dem Mountainbike durchstreifen.

Wenn er länger am Stück frei hat und ein, zwei Wochen Urlaub macht, tut ihm eine Erkenntnis immer wieder gut: „Das Rad dreht sich weiter, auch wenn ich nicht da bin.“ Selbständig sein ist gut, loslassen zwischendurch aber auch. Danach ist das Eintauchen ins Kaufmannsleben umso schöner.




Text: Lisbeth Klein
Fotos: Christian Maislinger

Ähnliche Beiträge


Links zu weiteren Artikeln der Reihe "Zu Tisch bei"