Zu Tisch bei
Kaufmann Harald Weiß

ADEG Kaufmann Harald Weiß ist sich seiner Rolle als einziger Nahversorger der Gemeinde bewusst. Woher die Produkte kommen, die Menschen dahinter und Tipps für die Zubereitung – das alles sieht der gelernte Koch als selbstverständlichen Kundenservice. So ist Weiß zum Botschafter für Regionalität geworden.

„Den Reis keinesfalls vorher waschen, nur dann kann er während des Kochens Stärke abgeben und cremig werden“, verrät Harald Weiß während der die aus dem Piemont stammenden Arborio-Körner zu den gedünsteten Zwiebeln rieseln lässt und dabei mit fast schon beschwörenden Worten ein weiteres Geheimnis preisgibt: „Ab jetzt gilt rühren, rühren und nochmals rühren.“

Dass dem 45-Jährigen das Kochen sichtlich Spaß macht, entgeht den Gästen nicht. Vielmehr wirkt die Begeisterung des Gastgebers ansteckend. Die anfängliche Zurückhaltung weicht einer aufgeweckten Neugierde und der Vorfreude auf das gemeinsame Genießen.

Der Abend, zu dem Harald Weiß seine treuen Kunden geladen hat, steht stellvertretend für die Philosophie, mit der er seit 14 Jahren den ADEG Markt in Gaißau erfolgreich führt. „Wir sind mehr als bloß ein Lebensmittelladen, wir sind ein Teil des sozialen Lebens in unserer Gemeinde“, ist sich der Kaufmann seines Stellenwertes als einziger Nahversorger der kleinen Gemeinde bewusst.

Es wird angestoßen Es wird angestoßen
Weiß macht den Salat an Weiß macht den Salat an

Ein liebenswürdiger Plausch, ein Tipp in Sachen Zubereitung, das Erfüllen besonderer Kundenwünsche sowie das Wissen, woher die Produkte kommen und wer dahinter steht, das schafft Sicherheit und Vertrauen. Das Gute ist eben doch so nah. Und hier, im letzten und nordwestlichsten Winkel Vorarlbergs, nur wenige hundert Meter von der Schweizer Grenze entfernt, ist Weiß in seiner schier unendlichen Leidenschaft für das, was die Natur hervorbringt, zum Botschafter für Regionalität geworden. Eine Leidenschaft, die er gerne offen zur Schau stellt, steht sie doch in enger Verbindung mit den dort lebenden Menschen.

Sie, die als Bauern und Produzenten die ländliche Qualität sichern, haben an diesem wunderbaren Abend alle Zutaten für das köstliche Menü bereitgestellt. Die Eier, frisch gelegt im Stall wenige Straßen weiter, der Ziegenkäse aus einer Sennerei der Bregenzerwälder Käsestraße, und auch die Erdbeeren für den Nachtisch reifen im gemeindeeigenen Ried. Nicht zu vergessen der Lollo rosso, den der ADEG Kaufmann sogar im eigenen Garten erntet.

„Grünspargel muss nur im unteren Drittel geschält werden, der Rest ist auch ohne Schälen zart“, erklärt der Familienvater und häutet in beeindruckender Geschwindigkeit das Bio-Gemüse, das ihm am Morgen vom Bauern frisch geliefert wurde.

Der Lollo Rosso kommt aus dem eigenen Garten Der Lollo Rosso kommt aus dem eigenen Garten
Harald Weiß mit seinem Besuch Harald Weiß mit seinem Besuch

„Kann man Spargel auch lagern?“, interessiert sich Gast Inge ganz besonders für die Haltbarkeit der vitaminreichen Stängel. Die Pensionistin möchte ihr Lieblingsgemüse am liebsten das ganze Jahr über genießen. „Klar“, erklärt Weiß, „einfach waschen, schälen und ohne holzige Enden einfrieren.“

Auch Zeljana hört aufmerksam zu. Der zweifachen Mutter ist es wichtig, ihren Kindern gesundes und ausgewogenes Essen zu bieten. Auch ihren Mann will sie demnächst mit einem zarten Steak überraschen. Da kommt ihr der Rat von Harald Weiß gerade recht.

„Das sollte keinesfalls vom Kühlschrank direkt in die Pfanne kommen“, empfiehlt der Vorarlberger. Die Zimmertemperatur ist das Um und Auf. „Und wie prüfe ich, ob das Steak durchgebraten ist?“, will die interessierte junge Frau wissen. „Ganz einfach.“ Auch dieses Mal hat Weiß einen Profi-Tipp parat: „Mit dem Daumen auf das Steak drücken. Ganz weich bedeutet englisch, mehr Widerstand medium, viel Widerstand well done.“


Harald Weiß mit seinem Besuch Harald Weiß mit seinem Besuch
Weiß am Kochen Weiß am Kochen

Das Kochen wird für den Profi immer mehr zur Show. Er rührt das Risotto, brät das Fleisch in der Pfanne an, wäscht und halbiert die Tomaten, greift sich das Olivenöl. Die Schnelligkeit lässt auf Routine schließen. „Ja, ich habe eine Kochlehre absolviert und im Team bei Haubenkoch Heino Huber gelernt, wie wichtig es ist, über den Tellerrand hinauszublicken“, erzählt der ADEG Kaufmann. Beim Essen kommen die Leute zusammen, ist nicht nur eine saloppe Redewendung, sondern auch das Resümee der ADEG Kunden zum gelungenen Kochabend. Und es wird ganz sicher nicht der letzte gewesen sein.

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