Zu Tisch bei
Kauffrau Victoria Tscharre

ADEG Kauffrau Victoria Tscharre mag die Herausforderung: Ihren ADEG Markt in Ebenthal führt sie mit viel Engagement, in ihrer Freizeit sucht sie den Ausgleich beim Sportklettern.

Wenn Victoria Tscharre etwas macht, dann hat das Hand und Fuß. Die Entscheidung, den ADEG Markt in Ebenthal vor knapp 2,5 Jahren zu übernehmen, war wohlüberlegt – und wurde aus tiefster Überzeugung getroffen. „Ich habe genau gewusst, worauf ich mich einlasse. Und heute wie damals gilt: Ich mache meine Arbeit sehr, sehr gern“, so die Kauffrau.

Als sie ins Geschäft einstieg, war sie 25 Jahre jung. Vermutlich ist es genau dieser Mix aus fast jugendlicher Leichtigkeit, sympathischer Ausstrahung und Gewissenhaftigkeit beim Arbeiten, der die ADEG Kauffrau den Markt erfolgreich führen lässt. Das Know-how hat sich die gelernte Einzelhandelskauffrau bei ihrem Onkel geholt, von dem sie das Geschäft in der knapp 8.000 Einwohner zählenden Gemeinde in Kärnten im Juni 2016 übernommen hat.

ADEG Kauffrau Tscharre mit ihrer Familie zu Tisch ADEG Kauffrau Tscharre mit ihrer Familie zu Tisch ADEG Kauffrau Tscharre mit ihrer Familie zu Tisch


Feste Familienbande



Tscharres Mutter Sieglinde und zwei Tanten arbeiten ebenfalls im Geschäft mit. „Mein Lebensgefährte hilft auch aus, wenn schwere Sachen zu schleppen sind, aber sonst hält er sich eher raus“, lacht die Kauffrau. Neben der eigenen Verwandtschaft beschäftigt Victoria Tscharre noch sechs weitere Mitarbeiter, die auch schon für ihren Onkel gearbeitet haben. Einen Lehrling hat sie neu eingestellt, um das Team zu komplettieren.

Zur engen Verflechtung von Familie und Arbeit fällt der Kauffrau nur Gutes ein: „Ich finde es nur positiv, dass wir als Familie zusammenarbeiten. Der Zusammenhalt zwischen uns ist wirklich gut, und wir verstehen immer, was der andere meint, weil wir uns schon ewig kennen.“


Kommunikation ist ein gutes Stichwort, wenn es darum geht, was Victoria Tscharre an ihrem Beruf besonders gern mag. „Das Schöne ist der Kontakt zu den Kunden. Ich führe einfach gern nette Gespräche mit den Menschen, die bei uns einkaufen.“ Die meisten kenne man persönlich, denn rund 90 Prozent der Kunden sind Stammkunden.


Hausgemachte Spezialitäten


Und weil sich die leidenschaftliche ADEG Kauffrau nicht nur im eigenen Geschäft, sondern auch unterwegs gern mit anderen Menschen austauscht, kommt sie bei ihren Besuchen auf verschiedenen Bauernmärkten immer ins Gespräch mit Verkäufern und Produzenten. „Wenn ich ein gutes Produkt finde, dann will ich es natürlich gern in meinem Markt verkaufen.“ So ändert sich das Angebot an regionaler, hochwertiger Ware laufend. Ein ganz besonderes regionales Schmankerl stammt von Tscharres Eltern: frische Regenbogenforelle aus dem eigenen Fischteich. Geliefert wird auf Bestellung, „innerhalb von zwei Stunden ist der Fisch bei uns im Geschäft“. In der Feinkostabteilung werden zusätzlich hausgemachte, frische Spezialitäten angeboten, an den Wochenenden Semmelknödel, Kaspressknödel und Leberknödel. Zu bestimmten Anlässen, etwa jetzt in der Weihnachtszeit, kommen weitere frische Produkte wie Lungenstrudel hinzu.

ADEG Kauffrau Tscharre zusammen mit ihrer Mutter in der Küche ADEG Kauffrau Tscharre zusammen mit ihrer Mutter in der Küche ADEG Kauffrau Tscharre zusammen mit ihrer Mutter in der Küche

Frische ist Victoria Tscharre generell ein sehr großes Anliegen, weshalb eine ihrer ersten Erledigungen am Morgen die Kontrolle des Frischbereiches ist. Obst und Gemüse werden schön angeordnet, eventuell beschädigte Produkte entfernt, die neue Ware wird eingeräumt. Wenn um 7 Uhr die ersten Kunden kommen, haben Tscharre und ihre Mitarbeiter auch schon die ersten Ladungen Brot und Gebäck aus dem Ofen geholt.

In ihrer Freizeit strebt die junge ADEG Kauffrau gerne hoch hinaus. Beim Klettern kann sie entspannen und abschalten – und die Bewegung braucht sie wie einen Bissen Brot. „Nach der Arbeit daheim sitzen und fernsehen, das wäre nichts für mich.“ Für Urlaub nimmt sie sich jedes Jahr Zeit, heuer im Herbst führte es sie und ihren Freund für zwei Wochen nach Sri Lanka. Die leidenschaftliche Kletterin Tscharre taucht auch gerne, „und die Voraussetzungen dafür sind in Sri Lanka traumhaft“. Im kommenden Jahr möchte sie nach Vietnam oder Island reisen, wobei „Island derzeit unser Favorit ist“. Egal wohin die Reise gehen wird, eines steht schon jetzt fest: Tscharre wird sich die Entspannung und Inspiration holen, die sie danach wieder umso motivierter ihren Traumjob als junge Kauffrau machen lassen.


5 Fragen an Victoria Tscharre


1. Wie verbringen Sie den ersten Tag des neuen Jahres?

Den 1. Jänner nutze ich dazu, Inventur zu machen. Da ist es schön ruhig. Ich beginne damit schon am 31. Dezember, am Tag darauf mache ich alles fertig.


2. Wie feiern Sie Weihnachten?

Weihnachten verbringe ich gemeinsam mit meiner Familie. Zuerst sind wir bei meinen Eltern zuhause, danach treffen wir uns bei meiner Oma mit anderen Verwandten. Das Zusammensein mit der Familie ist uns allen sehr wichtig.


3. Welches Gericht darf am Feiertagtisch nicht fehlen?

Zu Weihnachten gibt es keine speziellen Speisen, da verwöhnt uns meine Mutter mit belegten Brötchen. Am Silvesterabend sind meine Schwester und ich mit Freunden zusammen, wir essen traditionellerweise Raclette. Besonders gut gelingt das Raclette mit Emmentaler.


4. Bieten Sie Ihren Kunden rund um die Feiertage einen besonderen Service?

Belegte Brötchen und Platten gibt es das ganze Jahr über. In der kalten Jahreszeit bieten wir frische Leberknödel, Grießnockerl und Frittaten an. Zu den Feiertagen Lungenstrudel, eine typische Suppeneinlage.


5. Was wünschen Sie sich für's kommende Jahr?

Ich wünsche mir, dass es möglichst wenig unerwartete Ausfälle wegen Krankheit gibt. Ich kann mich auf meine Mitarbeiter zu hundert Prozent verlassen, sie springen auch jederzeit ein.




Text: Lisbeth Klein
Fotos: Simone Attisani

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