Das Mürztal

Wilde Wasser und beschauliches Leben


Mit ihrem klaren, kalten Wasser, das direkt aus den umliegenden Bergen stammt, gehört die Mürz zu den schönsten Gebirgsflüssen in Ostösterreich. Ihr Verlauf verbindet raue, alpine Täler mit der lieblichen Waldheimat Peter Roseggers.

Die Mürz (slawisch für „kleine Mur“) entspringt im niederösterreichisch- steirischen Grenzgebiet bei Neuwald. Ihr wilder Oberlauf hat sich S-förmig ins Tal gegraben und ist gesäumt von alpinen Wanderzielen, wie der 1.900 Meter hohen Schneealpe. Das Hochplateau ist über eine etwas abenteuerliche Mautstraße und eine anschließende eineinhalbstündige Wanderung leicht zu erreichen. Oben angekommen, wird man mit Sicherheit nicht verhungern. Es warten mehrere Almhütten auf die Wanderer, unter anderem die Lurgbauerhütte, die als Bio-Almkäserei geführt wird. Hier ist eine ganze Palette an Käseprodukten, angefangen von Berg-, Weich- und Frischkäse bis zu Topfen, Joghurt und Butter, erhältlich. Warme Speisen gibt es ebenso, und wer einen Sonnenuntergang auf der Schneealpe erleben will, kann auf der Hütte übernachten.

Bild eines Wanderweges mit einem kleinen Haus vor einem Berg Bild eines Wanderweges mit einem kleinen Haus vor einem Berg Bild eines Wanderweges mit einem kleinen Haus vor einem Berg


Vom Toten Weib zum Münster

Das Mürztal wartet auch mit einem 40 Meter hohen Wasserfall auf. Zwischen Frein und Mürzsteg bildet die Mürz eine schluchtartige Engstelle, das „Tote Weib“. Hier stürzen die Wassermassen aus einem Karstloch über Felsen in den Fluss (kleiner Parkplatz beim gleichnamigen Tunnel). Für Familien mit Kindern bieten sich am Fluss zahlreiche Schotterbänke zum Spielen oder Baden an (siehe Infobox). Wem die Mürz zu kalt zum Baden ist, der kann sich im Naturbadeteich Urani in Neuberg erfrischen (freier Eintritt). Hier gibt es einen Bootsverleih, zwei Beachvolleyballplätze sowie einen Kinderspielplatz.


Ein besonderer Dachstuhl

Der Ort Neuberg an der Mürz hat auch eine kulturelle Sehenswürdigkeit zu bieten. Das Münster Neuberg mit seiner gotischen Hallenkirche sticht sofort ins Auge. Das ansehnliche Stift stammt aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert. Sein 1.100 Kubikmeter Lärchenholz umfassender Dachstuhl ist der größte und bedeutendste im deutschen Sprachraum.

In dem kleinen, verschlafenen Ort Mürzsteg sind nur noch wenige Häuser dauerhaft bewohnt. Einigen Trubel gibt es hier dennoch, da sich auf dem weitläufigen Areal des Kinderhotels Appelhof viele kleine und große Urlaubsgäste tummeln. Tagesgäste können die zahlreichen Spieleinrichtungen und den großen Streichelzoo mit Hühnern, Hasen, Ziegen, Meerschweinchen und Ponys ebenfalls nutzen. Mürzsteg/Lanau ist auch Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung auf die idyllische Falkensteinalm (1.037 Meter), die in zirka einer Stunde auf bequemem Weg erreichbar ist. Auf der weitläufigen Hochalm lässt sich das Schneealmpanorama bei hausgemachten Spezialitäten besonders genießen. Für Schlechtwettertage bietet sich ein Besuch im Südbahnmuseum in Mürzzuschlag an. Kleine und große Eisenbahnfans kommen hier voll auf ihre Rechnung. Im Rundlokschuppen befindet sich die größte österreichische Draisinensammlung, daneben werden natürlich historische Dampf- und Elektrolokomotiven präsentiert. Der Entstehung der Südbahntrasse ist ebenfalls ein Raum gewidmet.


In Peter Roseggers Waldheimat

Zehn Autominuten von Mürzzuschlag entfernt befindet sich im Ort Krieglach das ehemalige Landhaus des steirischen Dichters Peter Rosegger. Heute beherbergt es eine Dauerausstellung über das Leben und Werk des Schriftstellers, der dem Mürztal eng verbunden war. Seines 175. Geburtstags und 100. Todestags wird im Sommer 2018 mit zahlreichen Veranstaltungen (zum Beispiel Lesewanderungen) gedacht.

Gipfelbild Gipfelbild Gipfelbild
Bild eines Hauses vor einer Alm in den Bergen Bild eines Hauses vor einer Alm in den Bergen Bild eines Hauses vor einer Alm in den Bergen
Rückenansicht eines Mädchens, dass auf einer Kuhalm sitzt Rückenansicht eines Mädchens, dass auf einer Kuhalm sitzt Rückenansicht eines Mädchens, dass auf einer Kuhalm sitzt


Interview

ADEG Kauffrau Sabine Dampfhofer-Bach
aus Ratten im Mürztal über Ihre regionalen Produkte


Welche regionalen Produkte sind bei Ihnen erhältlich?

Einmal in der Woche bekommen wir das Bauernbrot, einmal im Monat gibt es frischen Fisch. Außerdem werden wir von drei Bäckern aus der Region beliefert. Geselchtes, Eier, Erdäpfel und Joghurt führen wir ebenfalls aus regionaler Produktion. Seit neuestem gibt es sogar Weine von einem nahe gelegenen Winzer. Wer bei uns Wein kauft, darf den übrigens vorher kosten. Und wir führen immer wieder Verkostungen von regionalen Partnern durch. Im Juni kann bei uns das Mürztaler Teegetränk „Dsire“ probiert werden.


Sie bieten in Ihrem ADEG Markt selbstgemachtes Müsli, Kräutersirup und Marmelade an. Wie ist es dazu gekommen?

Meine Mutter ist Drogistin, mit ihr gemeinsam stelle ich diese Produkte her. Die Kräuter und Beeren für den Sirup und die Marmelade baue ich in meinem Garten an. Das löffelfertige Müsli wird täglich frisch zubereitet. Wir stellen auch Kräutersalz und Suppenwürze her – dafür wird Suppengemüse mit Kräutern durch Einsalzen haltbar gemacht. Mit der Zeit ist immer mehr dazugekommen – jetzt habe ich meine eigene Produktlinie „Bine“ (von „Sabine“), die wir natürlich auch im ADEG Markt vertreiben.


Ihr Markt bietet abseits von Lebensmitteln ein breites Sortiment. Was bekommt der Kunde noch bei Ihnen?

Bei uns gibt es auf 800 Quadratmetern Verkaufsfläche neben Lebensmitteln auch Bekleidung, Elektrogeräte, Haushaltsartikel und sogar eine Blumenabteilung mit einer Floristin.






Text: Philipp Gruber
Fotos: Symbolfotos