Abkühlung garantiert

Auch bei großer Hitze kann man wandern gehen, es braucht nur die richtigen Ziele. Wir stellen fünf heimische Klammen vor, die neben Schatten und angenehmen Temperaturen auch außergewöhnliche landschaftliche Reize bieten. Wer schwitzt, ist selber schuld!

  • Achtung!

Bei Gewittergefahr und auch nach starkem Regen keine Klamm betreten! Es besteht akute Flut- und Steinschlaggefahr!


Tirol - Tiefenbachklamm

Hoch über der brandenberger Ache,



einem Wildfluss, der 1988 zum Naturdenkmal erklärt wurde, führt eine Steiganlage durch die Engstelle der Tiefenbachklamm. Der Weg quert über Brücken drei Mal die Ache und bietet eindrucksvolle Tiefblicke auf den tosenden Fluss. Vor und nach der Klamm ist das Flussbett flacher - hier findet man immer wieder gute Rast- und Badeplätze inmitten einer unberührten und ursprünglichen Flusslandschaft, wie sie nur noch selten zu entdecken ist. Beinahe wäre dieses Naturjuwel in den 80er-Jahren durch einen Kraftwerksbau zerstört worden. Heute ist der schmale Triftsteig ein beliebtes Ausflugsziel. Nach dem Ende der Klamm öffnet sich das Tal und man gelangt zu einer Jausenstation auf einer Wiese.

Tiefenbachklamm Tiefenbachklamm Tiefenbachklamm
  • Info

Ausgangspunkt:

von Kramsach ins Brandenberger Tal Richtung Aschau und weiter zum Klamm-Parkplatz (beschildert)

Eintritt und Öffnungszeiten:

gratis, geöffnet von Mai bis Ende Oktober

Einkehrtipp:

Jausenstation Stegerstall, geöffnet 10 bis 22 Uhr, Mi & Do Ruhetage


Niederösterreich - Hagenbachklamm

Die ideale Klamm für Familien!

Hagenbachklamm Hagenbachklamm Hagenbachklamm



Die ca. 1,3 Kilometer lange Hagenbachklamm bei Sankt Andrä-Wördern, nahe der Donau, gehört zwar nicht zu den spektakulärsten Schluchten Österreichs, bietet aber ideale Abenteuerspielplätze für Kinder. An mehreren Stellen lässt sich der Bach gut vom Weg aus erreichen. Hier kann im Matsch gegraben, können Dämme errichtet und allerlei Wassertierchen gesucht werden. Einige Sandsteinfelsklippen laden zum Kraxeln ein und auch der umgebende Buchenwald bietet genügend Möglichkeiten für Indianer- und Räuberspiele. Schön schattig ist die Klamm auch, und obwohl sie an Exponiertheit und Steilheit nicht an die anderen hier vorgestellten Klammen herankommt, ist dennoch Vorsicht geboten - an manchen Stellen besteht Absturzgefahr.







  • Info

Ausgangspunkt:

Parkplätze in einer scharfen Kurve an der B14, kurz oberhalb von Sankt Andrä-Wördern (Hinweisschilder Klamm). Achtung – unübersichtliche Verkehrssituation beim Überqueren der Straße!

Eintritt und Öffnungszeiten:

gratis, immer geöffnet

Einkehrtipp:

Gasthaus Hauser in Unterkirchbach, bekannt für seinen Schweinsbraten, Tel.: 02242/6280


Steiermark - Wörschachklamm

Die Wörschachklamm im Ennstal




gehört zu den beeindruckendsten Klammen Österreichs. Auf seinem Weg vom Spechtensee in die Enns hat sich der Wörschachbach tief in die Felsen eingeschnitten und so eine enge Schlucht mit steilen, teilweise sogar überhängenden Felswänden entstehen lassen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Holz und Holzkohle über eine steile Holzriese durch die Klamm befördert. 1902 wurde erstmals ein Steig durch die Klamm errichtet, der eine Begehung für die Öffentlichkeit ermöglichte. Ein Besuch der Klamm lässt sich gut mit einem Abstecher zur Burgruine Wolkenstein verbinden, die man nur wenige Minuten nach dem Ende der Klamm erreicht.

Wörschachklamm Wörschachklamm Wörschachklamm
  • Info

Ausgangspunkt:

beschilderter Klamm- Parkplatz in Wörschach

Eintritt und Öffnungszeiten:

4,50 bzw. 2,50 Euro, täglich von Mai bis Oktober von 8 bis 18 Uhr geöffnet

Einkehrtipp:

Jausenstation Eselranch, nahe der Burgruine Wolkenstein, warme Küche von 11 bis 19 Uhr


Salzburg - Vorderkaserklamm

Die Vorderkaserklamm bei Lofer


Vorderkaserklamm Vorderkaserklamm Vorderkaserklamm



ist so eng, dass fast kein Sonnenstrahl in sie fällt. An manchen Stellen ist sie nur 80 Zentimeter breit. Hier ist es garantiert immer schön kühl und schattig, denn die Gischt vom eisigen Wasser des herabstürzenden Ödenbachs sorgt für eine ordentliche Abkühlung, auch wenn es rundherum 35 Grad hat. Man sollte es nicht glauben, aber selbst an sehr heißen Tagen ist es mitunter kein Fehler, eine dünne Jacke für die Klamm mitzuhaben. Die Klamm ist zwar nur 400 Meter lang, aber auf diesem kurzen Stück dafür umso spektakulärer. Mit Holzstegen und 373 Stufen wurde dieses Naturjuwel begehbar gemacht. Aufgrund der extremen Enge empfiehlt es sich, nur von unten nach oben durch die Klamm zu gehen - Gegenverkehr ist nicht ratsam.


  • Info

Ausgangspunkt:

zwischen St. Martin und Weißbach bei Lofer an der B311 in ein Seitental zur Klamm abzweigen (beschildert)

Eintritt und Öffnungszeiten:

4,50 bzw. 2,60 Euro, mit Saalachtal-Card freier Eintritt. Täglich geöffnet von 9.30 Uhr bis 18 Uhr (ab September bis 17 Uhr).

Einkehrtipp:

Jausenstation am Klammeingang, regionale Küche und tolle Nachspeisen!


Kärnten - Garnitzenklamm

Mit 4,5 Kilometern Länge



zählt die Garnitzenklamm bei Hermagor zu den längsten und abwechslungsreichsten Klammen Österreichs. Auf manchen Abschnitten ist das Bachbett weit und einfach zu begehen, an anderen Stellen verengt sich die Schlucht und man muss exponiertere Passagen bewältigen. Immer wieder führt der Weg an Wasserfällen und Strudeltöpfen vorbei, die durch rotierende Felsbrocken im Wasser entstanden sind. Das besondere Klima in der Klamm lässt viele alpine Pflanzenarten hier in Tallage gedeihen. Die Steiganlage ist in vier Etappen unterteilt. Geht man durch die gesamte Klamm, überwindet man ungefähr 500 Höhenmeter. Dafür sollte man mit ca. 2,5 Stunden Gehzeit rechnen (in eine Richtung) und geeignet ausgerüstet sein. Wem die gesamte Strecke zu lange ist, der kann natürlich auch nur ein oder zwei Etappen der Klamm begehen.

Garnitzenklamm Garnitzenklamm Garnitzenklamm
  • Info

Ausgangspunkt:

von Hermagor entlang der Eggeralmstraße an Möderndorf vorbei bis zum Parkplatz am Klammeingang

Eintritt und Öffnungszeiten:

5,30 bzw. 2 Euro, geöffnet ab Pfingsten bis Ende September

Einkehrtipp:

keine Einkehrmöglichkeit in der Klamm und in der Umgebung, Jause mitnehmen!






Text: Philipp Gruber
Fotos: Symbolfotos